DAS STREBEN NACH INNERER BEFREIUNG

slike text2Während das Thema meiner früheren Ausstellungen „Die Suche nach dem Licht“ war, ist der Titel von dieser Ausstellung „Das Streben nach innerer Befreiung“. Die Veränderung des Themas ist allmählich und unmerklich gekommen. In der letzten Zeit reifte in mir ein Streben nach Wiederherstellung eines gesunden Verhältnisses zum Materialismus einerseits, und zur Überwindung karmisch bedingter innerer Barrieren andererseits. In der Auβenwelt leben wir in einem hartnäckigen Materialismus und fortgeschrittener technologischer Zivilisation, die all unser Streben nach Geistesleben erstickt. Obwohl der Materialismus wichtig für unsere Entwicklung ist, müssen wir doch einen inneren Widerstand entgegensetzten.

In diesen Bemühungen begegnen wir den genannten inneren Barrieren, sogenannte „karmische Knoten“, durch die wir im negativen Sinne mit anderen Menschen innerlich verbunden sind, mit nahestehenden Menschen unserer Umgebung, sowie mit Menschen mit denen wir nicht unmittelbar in Verbindung stehen. Diese karmischen Knoten eines allumfassenden karmischen Netz der Menschheit verursachen innere und äuβere Konflikte auf Mikro-und Makro-Ebene.

slike text1Alle diese problematischen Aspekte sind an den Bildern klar ersichtlich, weil sie in der Darstellung materiell Ausdruck finden durch Fischernetz, Bindfaden, Steine, Metallstangen, Drahtnetz, usw. In so eine materielle Welt sind wir mit unseren Seelen eingetaucht. In ihr sind wir sozusagen gefangen, sie wirkt gegen unsere Menschlichkeit und droht unsere einmalige Individualität zu vernichten.

Wie können wir uns aus diesen Fesseln des Materialismus und technologischer Zivilisation, die unsere Existenz bedrohen, befreien? Wie können wir unsere „karmischen Knoten“, die unsere Kommunikation in der sozialen Umgebung hemmt, überwinden? Können wir mit Hilfe der Kunst irgendetwas im Sinne der Menschlichkeit bewirken?

In diesen meinen Bildern habe ich mit Hilfe der Farben, die in unserer Seele leben versucht dies zu erreichen. Aber, diese Farben in unserer Seele stimmen oft nicht miteinander überein, darum könnte gerade durch therapeutisches Malen in diesem Sinne viel erreicht werden. Mit den Farben können wir unsere individuelle Barriere überwinden und uns von etwas, was dem eigenen Weg zur Menschenwerdung, sowie zur Sozialisation im Wege steht, befreien.

Aber es ist kein leichter Weg, der ungeheurer viel Kraft und Bemühungen verlangt um einen kleinen Schritt zu machen. Ebenso muss sich der Künstler sehr bemühen wenn es um ganz bestimmte Farbnuancen geht, diese richtigen slike text3Farbnuancen herauszufinden, zu entdecken. In einem erreichten Leuchten, in Spannung zwischen verschiedenen Stimmungen, ist es auch möglich ganz eigene Barrieren zu überwinden, die an meinen Bildern so materiell dargestellt sind. Ausnahme sind die Spitze, die Hufeisen und alles was in der Mitte des Bildes erscheint, und was zum Abschluβ des Bildes eingefügt ist und sehr persönliche Bedeutung in dem Prozess der Umwandlung des eigenen alten Karma hat.

slike text4Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass keine gelehrte Methode zur Anwendung kommt, die ich mir in der Kunsttherapie Ausbildung angeeignet habe. Es ist nur ein bescheidener Versuch, die Kunsttherapie, Biographie-und Karma-Arbeit zu verbinden, mit dem ich noch während des ganzen Studiums parallel beschäftigt war. Nach dem Studium kamen neue Fragen und Dilemma, die ich mit neu erworbenen Fähigkeiten in ganz persönlicher Weise auflösen wollte. Im Versuch eine Antwort für diese Fragen und Dilemma zu finden, habe ich ständig neue Ausdrückmöglichkeiten zu ihrer Lösung erforscht.  

Während meiner künstlerischen Arbeit habe ich langsam verstanden, dass die ursprüngliche Suche, dieses Streben nach dem Licht, sich unmerklich verwandelt hat in ein Streben nach innerer Befreiung von allen determinierten Notwendigkeiten, die am Weg zur Selbsterkenntnis und der Erkenntnis der Welt steht. Darum stellen diese meine Werke mehr einen Versuch dar zur Befreiung von manchen Fixationen, Frustrationen und manchen unangenehmen und peinlichen Erlebnissen aus meinem eigenen Leben. Natürlich war mir diese Veränderung am Anfang nicht bewusst. Ich habe mit dem Malen mehr aus einem inneren Bedürfnis nach schöpferischer Tätigkeit angefangen. Diese, sozusagen verborgene Wandlung ist mir erst während des künstlerischen Prozesses bewusst geworden.

Radonic Katica